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MetalltechnikerIn - Schmiedetechnik:
SchmiedIn
- Berufsbild:
- Beim Schmieden werden Werkstücke aus Metallen (vor allem Eisen und Stahl) in glühendem Zustand durch Hämmern oder Pressen bearbeitet und geformt („Warmformen“). Diese Metallbearbeitungstechnik ist eines der ältesten Handwerke überhaupt. Das Wort „Schmied“ kommt aus dem Germanischen und war die allgemeine Handwerkerbezeichnung. Frühe Funde in Ägypten und Indien lassen darauf schließen, dass bereits vor über 5000 Jahren geschmiedet wurde.
- Tätigkeiten:
- MetalltechnikerInnen - Schmiedetechnik arbeiten sowohl in der Industrie als auch im Gewerbe. Die wichtigsten Erzeugnisse in Industriebetrieben sind Werkzeuge und Bestandteile von Maschinen, Motoren und Getrieben (Kurbel- und Nockenwellen, Zahnräder, Turbinenschaufeln usw.). In Gewerbebetrieben stellen die MetalltechnikerInnen - Schmiedetechnik hauptsächlich Bauschmiedeprodukte und Kunstschmiedeprodukte her (Gitter, Zäune, Geländer, Ziergegenstände, Grabkreuze usw.). Weiters führen sie auch Reparatur- und Wartungsarbeiten an Land- und Baumaschinen durch. Das Beschlagen von Pferden und anderen Huftieren mit Hufeisen, das lange Zeit kaum mehr Bedeutung hatte, ist heute durch die zunehmende Beliebtheit des Reitsportes wieder ein Bestandteil des Berufs geworden.
Das Schmieden hat folgenden typischen Arbeitsablauf: Zunächst stellen die MetalltechnikerInnen - Schmiedetechnik die benötigten Materialien (meist Eisen oder Stahl) zusammen, schneiden sie zurecht und legen die Einzelteile zum Erhitzen in Öfen ein. Die zur Rotglut erhitzten Teile formen sie mit Schmiedehämmern oder Schmiedepressen zu Werkstücken. Während früher Schmiedeerzeugnisse händisch mit Hammer und Amboss hergestellt wurden, verwenden die MetalltechnikerInnen - Schmiedetechnik heute vorwiegend elektrisch betriebene Schmiedehämmer, wodurch die körperlichen Anforderungen im Beruf zurückgegangen sind.
Zur Herstellung eines Schmiedeteils erhalten die MetalltechnikerInnen - Schmiedetechnik eine genaue Konstruktionszeichnung des anzufertigenden Werkstückes. Sie holen die benötigten Bleche, Rohre, Eisenteile usw. aus dem Lager und transportieren sie in die Werkstatt. Dort übertragen sie die Maße der Konstruktionszeichnungen auf die Rohmaterialien und schneiden diese mit Sägen oder Blechschneidemaschinen zu. Die zugeschnittenen Teile transportieren sie entweder händisch oder - bei größeren Stücken - mit einem Hubstapler zum Anwärmofen. Sie stellen am Ofen die benötigte Temperatur ein, legen die Teile mit Zangen oder Seilwinden in den Ofen und wenden die Teile während des Erhitzens mehrmals hin und her.
An der Glühfarbe des Metalls erkennen die MetalltechnikerInnen - Schmiedetechnik, wann das Werkstück die richtige Schmiedetemperatur hat. Mit Zangen nehmen sie das Werkstück aus dem Ofen und legen es in den elektrischen Hammer ein. Während sie das Werkstück mit dem Hammer bearbeiten, drehen und wenden sie es mit der Zange, um die gewünschte Form zu erzielen.
Ist das Werkstück fertig geschmiedet, legen es die MetalltechnikerInnen - Schmiedetechnik zum Abkühlen in eine Sand-Schlacke-Mischung („Lösche“). Um die beim Schmieden entstandenen Spannungen im Metall auszugleichen, erwärmen sie es nach dem Abkühlen noch einmal im Anwärmofen. Nachdem das Werkstück wieder ausgekühlt ist, entfernen sie Unebenheiten und überstehende Metallteile durch Schleifen, Feilen oder Bürsten.
- Beschäftigung:
- MetalltechnikerInnen - Schmiedetechnik sind sowohl in Industrie- als auch in Gewerbebetrieben der Metallbearbeitung beschäftigt.
Infolge des Einsatzes neuer Bearbeitungstechniken (z.B. computergesteuerter Schmiedestraßen oder neuer Walzverfahren) sinken die Beschäftigungsmöglichkeiten im industriellen Bereich. Auch im Gewerbe ist die Nachfrage nach MetalltechnikerInnen - Schmiedetechnik rückläufig. Hier benötigen sie zunehmend Zusatzqualifikationen, da viele Beschäftigungsbetriebe ihr Tätigkeitsspektrum auf andere Metall verarbeitende Bereiche (vor allem Schlosserarbeiten) ausgeweitet haben (der Anteil traditionell produzierender Gewerbebetriebe geht immer mehr zurück).
Wegen der hohen körperlichen Anforderungen sind in diesem Lehrberuf kaum Frauen tätig.
- Weiterbildung:
- Das Berufsförderungsinstitut (bfi), das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) und die Schweißtechnische Zentralanstalt in Wien bieten zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten für Metalltechnik-Berufe an, z.B. Programmierung/Steuerung von CNC-Maschinen, Metallbearbeitungstechniken, Schweißkurse, Oberflächenschutz, neue Werkstoffe, Kraftfahrzeugtechnik und Kraftfahrzeugelektronik, Hydraulik, Pneumatik und Elektropneumatik usw. Kurse und Seminare im Bereich „Schmiedearbeiten in der Denkmalpflege“ führt das Ausbildungszentrum Kartause Mauerbach (Niederösterreich) durch.
Weiterführende Bildungsmöglichkeiten zur Erreichung höherer Bildungsabschlüsse bzw. zur Höherqualifizierung für AbsolventInnen dieses Lehrberufs sind vor allem die Werkmeisterschule für Berufstätige mit den Fachrichtungen „Maschinenbau“, „Maschinenbau - Automatisierungstechnik“, „Maschinenbau - Betriebstechnik“, „Maschinenbau - Kraftfahrzeugtechnik“, „Sanitär- und Heizungstechnik“, „Elektrotechnik und Maschinenbau“, „Mechatronik“ oder „Kunststofftechnik“ (2 Jahre, Abendunterricht) und die folgenden zur Reife- und Diplomprüfung führenden Schulen: Höhere Lehranstalt für Berufstätige für Maschineningenieurwesen, Ausbildungsschwerpunkte „Allgemeiner Maschinenbau“, „Automatisierungstechnik“, „Fahrzeugtechnik“, „Haustechnik“ oder „Maschinen- und Anlagentechnik“ (4 Jahre); Höhere Lehranstalt für Berufstätige für Wirtschaftsingenieurwesen, Ausbildungsschwerpunkte „Betriebsinformatik“, „Betriebsmanagement“, „Qualitätsmanagement“ oder „Umweltökonomie“ (4 Jahre); Aufbaulehrgang für Berufstätige für Wirtschaftsingenieurwesen (3 Jahre).
MetalltechnikerInnen - Schmiedetechnik, die in Hüttenwerken arbeiten, können auch die in Leoben (Steiermark) angebotenen Werkmeisterschulen für die „Hüttenindustrie“ oder die „Mineralrohstoffindustrie“ besuchen.
- Verwandte Berufe:
- BaumaschinentechnikerIn, BergwerksschlosserIn-MaschinenhäuerIn, DreherIn, ElektroanlagentechnikerIn, Entsorgungs- und Recyclingfachmann/-frau - Abfall, Entsorgungs- und Recyclingfachmann/-frau - Abwasser, GießereimechanikerIn, HüttenwerkschlosserIn, KälteanlagentechnikerIn, KarosseriebautechnikerIn, KarosseurIn (auslaufend ab 1.1.2008 - Nachfolgeberuf: KarosseriebautechnikerIn), KonstrukteurIn - Maschinenbautechnik, KonstrukteurIn - Metallbautechnik, KonstrukteurIn - Stahlbautechnik, KonstrukteurIn - Werkzeugbautechnik, LandmaschinentechnikerIn, MaschinenbautechnikerIn, MaschinenfertigungstechnikerIn, MaschinenmechanikerIn, MechatronikerIn, MetalldesignerIn - Gürtlerei, MetalltechnikerIn - Blechtechnik, MetalltechnikerIn - Fahrzeugbautechnik, MetalltechnikerIn - Metallbautechnik, MetalltechnikerIn - Metallbearbeitungstechnik, MetalltechnikerIn - Stahlbautechnik, ModellbauerIn, OberflächentechnikerIn - Emailtechnik, OberflächentechnikerIn - Feuerverzinkung, OberflächentechnikerIn - Galvanik, OberflächentechnikerIn - Mechanische Oberflächentechnik, OberflächentechnikerIn - Pulverbeschichtung, PräzisionswerkzeugschleiftechnikerIn, ProduktionstechnikerIn, RohrleitungsmonteurIn, Sanitär- und KlimatechnikerIn - Gas- und Wasserinstallation, Sanitär- und KlimatechnikerIn - Heizungsinstallation, Sanitär- und KlimatechnikerIn - Lüftungsinstallation, Sanitär- und KlimatechnikerIn - Ökoenergieinstallation (Ausbildungsversuch in Oberösterreich), SchiffbauerIn, SkierzeugerIn, SonnenschutztechnikerIn, SpenglerIn, TextilmechanikerIn, TextiltechnikerIn - Maschentechnik, TextiltechnikerIn - Webtechnik, UniversalschweißerIn, VeranstaltungstechnikerIn, VulkaniseurIn, WaagenherstellerIn, WärmebehandlungstechnikerIn, WerkzeugbautechnikerIn, WerkzeugmaschineurIn, WerkzeugmechanikerIn, ZerspanungstechnikerIn.
Die Lehrabschlussprüfung im verwandten Lehrberuf „MetalltechnikerIn - Metallbearbeitungstechnik“ ersetzt die Lehrabschlussprüfung im Lehrberuf „MetalltechnikerIn - Schmiedetechnik“.
- Berufsverlauf :
- In der Industrie können MetalltechnikerInnen - Schmiedetechnik zu VorarbeiterInnen, PartieführerInnen, WerkmeisterInnen und HüttenmeisterInnen (technische Leiter einer Schmiedeabteilung) aufsteigen. Im Gewerbe können MetalltechnikerInnen - Schmiedetechnik zu VorarbeiterInnen aufsteigen. Infolge der schwierigen wirtschaftlichen Situation der Stahlindustrie und der kleinbetrieblichen Struktur der Gewerbebetriebe bestehen in der Praxis jedoch nur geringe Aufstiegschancen.
Die Möglichkeit einer selbständigen Berufsausübung (als GewerbeinhaberIn, PächterIn oder GeschäftsführerIn) besteht für MetalltechnikerInnen - Schmiedetechnik in den Handwerken „Schmiede“, „Heizungstechnik“, „Kälte- und Klimatechnik“, „Karosseriebauer einschließlich Karosseriespengler und Karosserielackierer“, „Kraftfahrzeugtechnik“, „Landmaschinentechnik“, „Lüftungstechnik“, „Mechatroniker für Maschinen- und Fertigungstechnik“, „Metalldesign“ oder „Schlosser“ (Voraussetzung: Meisterprüfung) sowie im Gewerbe „Gas- und Sanitärtechnik“ (Voraussetzung: Befähigungsprüfung nach mindestens dreijähriger fachlicher Tätigkeit; die Befähigungsprüfung kann auch für die auf die Gasinstallation oder die Wasserleitungsinstallation eingeschränkte Form des Gewerbes abgelegt werden, wobei jeweils mit einer Ergänzungsprüfung der Befähigungsnachweis für die uneingeschränkte Form erbracht werden kann). Weiters können MetalltechnikerInnen - Schmiedetechnik folgende Teilgewerbe (Voraussetzung: Lehrabschlussprüfung) ausüben: „Anfertigung von Schlüsseln mittels Kopierfräsmaschinen“, „Autoverglasung“, „Entkalken von Heißwasserbereitern“, „Fahrradtechnik“, „Nähmaschinentechnik“, „Schleifen von Schneidwaren“. Das Gewerbe „Huf- und Klauenbeschlag“ erfordert keine Lehrabschlussprüfung, sondern kann von allen Personen mit Praxis in den Grundfertigkeiten der Metallbearbeitung ausgeübt werden, wenn sie den erfolgreichen Besuch des Lehrganges „Huf- und Klauenbeschlag“ nachweisen.
- Weitere Informationen:
- Der Lehrberuf „MetalltechnikerIn - Schmiedetechnik“ kann seit Juni 2003 erlernt werden. Er ersetzt den Vorläuferberuf „SchmiedIn“, der bis spätestens 30. Juni 2003 begonnen werden konnte. Lehrlinge, die im Lehrberuf „SchmiedIn“ ausgebildet werden, können durch Lehrvertragsänderung auf den neuen Beruf „MetalltechnikerIn - Schmiedetechnik“ umsteigen, wobei die zurückgelegte Lehrzeit voll angerechnet wird.
Lehrlingszahlen des Jahres 2003:
Lehrlinge (inkl. Doppellehren): 40
Weiblich: 0
Männlich: 40
Vorläufer:
* SchmiedIn *
- Aus- und Weiterbildungs- möglichkeiten:
-
Berufsspezifische Ausbildungen
Lehrausbildungen
Weiterbildungen
- • CNC
, CNC-Aus- und Weiterbildung
, BFI Niederösterreich
, Ausbildungswerk Siegmundsherberg
, Siegmundsherberg
- • Fachausbildung für das Gewerbe Metallbautechnik
, Fachausbildung für das Gewerbe Metallbautechnik (Schlosser u. Schmiede) Module 1, 2 und 3
, WIFI Niederösterreich
, St. Pölten
- • Spanende Fertigung
, Lehrgang Spanende Fertigung
, WIFI Steiermark
, WIFI Steiermark Graz
, Graz
- • Schmiede, Hufschmiede
, Schmiedeausbildung, Hufschmiedeausbildung
, Veterinärmedizinische Universität Wien
, Klinik für Orthopädie bei Huf- und Klauentieren
, Wien
- • Schmieden 1
, Schmieden 1
, WIFI Oberösterreich
, Linz
Werkmeisterausbildungen
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