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IT-Kaufmann/-frau:
Berufsbild:
Die Entstehung der „Informationsgesellschaft“ zeigt sich deutlich am ständigen Wachstum der IT-Branche (Informations- und Telekommunikationstechnik). Die Produkte der Informations- und Kommunikationstechnik haben immer kürzere Nutzungsspannen, wodurch neben der Produktion, Installation und Wartung der Anlagen auch Marketing und Vertrieb an Bedeutung gewinnen. Marketing, Vertrieb und Kundenberatung im IT-Bereich erfordern allerdings über neben dem allgemeinen kaufmännischen Wissen eine detailreiche Kenntnis der Informations- und Telekommunikationstechnik. Daher wurde der neue Lehrberuf „IT-Kaufmann/-frau“ - vorläufig als Ausbildungsversuch - eingerichtet.
Tätigkeiten:

IT-Kaufleute sind in erster Linie in den Bereichen „Marketing“ und „Vertrieb“ von Produkten der Informations- und Telekommunikationstechnik eingesetzt. Sie sind in der Verwaltung und Büroorganisation tätig, indem sie beispielsweise sachlich und sprachlich korrekte Texte formulieren, Schriftstücke formgerecht anfertigen und Arbeiten im Zahlungsverkehr durchführen. Sie wirken bei der Planung und Durchführung von Marketing- und Werbemaßnahmen mit, planen Maßnahmen im Vertrieb und führen diese durch. Ein besonderes Aufgabengebiet stellt auch das Analysieren von Geschäftsprozessen bei KundInnen und das Erarbeiten von kundenspezifischen System-Lösungen dar. IT-Kaufleute beraten die KundInnen, nehmen Aufträge an und bearbeiten diese. Sie wirken bei der Projektplanung und bei der Qualitätssicherung mit, legen Statistiken, Dateien und Karteien an, pflegen sie und werten sie aus. Bei allen Arbeiten benutzen sie auch die betrieblichen Einrichtungen der Informations- und Telekommunikationstechnik.
Die Ausbildung der IT-Kaufmann/-frau-Lehrlinge umfasst fünf große Bereiche: Lehrbetrieb; Verwaltung und Büroorganisation; Informations- und Telekommunikationssystemtechnik; Marketing und Vertrieb; Auftragsbearbeitung und Abrechnung.
Im Ausbildungsbereich „Lehrbetrieb“ lernen die Lehrlinge die Aufgaben, die Branchenstellung, das Leistungsangebot sowie die Betriebs- und Rechtsform des Lehrbetriebs kennen. Außerdem werden rechtliche Inhalte sowie die im Berufsleben allgemein erforderlichen Kenntnisse vermittelt. Dazu gehören etwa rechtliche Regelungen wie Sicherheitsvorschriften, Schutzmaßnahmen und arbeitsrechtliche Bestimmungen sowie Kenntnis über die funktionell geeignete und ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes.
Im Ausbildungsbereich „Verwaltung und Büroorganisation“ werden Kenntnisse über den organisatorischen Aufbau, die Aufgaben und Zuständigkeiten der einzelnen Betriebsbereiche und Beziehungen zu anderen einschlägigen Unternehmen vermittelt. Die Lehrlinge lernen die betrieblichen Arbeitsabläufe kennen. Sie legen Statistiken, Karteien und Dateien an und erwerben Grundkenntnisse über betriebliche Risiken, über deren Versicherungsmöglichkeiten und über das Erstellen von Schadensmeldungen. Bei allen Tätigkeiten müssen sie lernen, sich sprach- und fachgerecht auszudrücken und zielgerichtete Gespräche auf Deutsch und in einer Fremdsprache zu führen. Auch einschlägige Schriftverkehrsarbeiten, Postein- und -ausgang und Arbeiten mit Formularen und Vordrucken werden ausgeführt. Besonders wichtig ist es für die IT-Kaufmann/-frau-Lehrlinge, sich intensiv mit der betrieblichen EDV vertraut zu machen und arbeitsplatzspezifische EDV-Anwendungen wie etwa Textverarbeitung und Kalkulation durchzuführen.
Der Ausbildungsbereich „Informations- und Telekommunikationssystemtechnik“ enthält die erforderlichen spezifischen IT-Kenntnisse, die den Lehrberuf „IT-Kaufmann/-frau“ ausmachen. Die Lehrlinge erwerben die benötigten Kenntnisse und arbeiten bei der Projektplanung und -kontrolle, bei Anforderungsanalysen und Konzepterstellungen sowie bei der Qualitätssicherung mit. Sie erhalten einen umfassenden Überblick über Hardware, Software, Peripherie, Betriebssysteme, Anwenderprogramme und schließlich über die Systeme der Informations- und Telekommunikationstechnik. Eine genaue Übersicht über den Produktmarkt wird ebenso vermittelt wie die Kenntnis der einschlägigen Entwicklungstrends. Die weiterführende Ausbildung in System-Technik beinhaltet Kenntnisse über technische Bürokommunikation, System-Aufbau mit Schnittstellen und Bussystemen, Netzwerke und externe Dienstleistungen, Datenübertragung, Datenaustausch sowie Datensicherheit und Datenschutz. Um die Kenntnisse im IT-Bereich zu vertiefen, kommen die Lehrlinge auch praktisch im software-technischen Bereich zum Einsatz. Sie erwerben Grundkenntnisse des Programmierens, verwenden Datenbanken und arbeiten bei der System-Konfiguration, Software-Gestaltung, Optimierung von Netzwerken, bei der Software-Anpassung und Software-Aktualisierung mit.
Den Schwerpunkt der Ausbildung bildet der Bereich „Marketing".

Beschäftigung:

IT-Kaufleute arbeiten in den Bereichen „Vertrieb“ und „Marketing“ in Unternehmen, die Informations- und Telekommunikationstechnik produzieren, montieren und instand halten. In der Branche gibt es gleichermaßen Groß- wie Kleinbetriebe. Insgesamt verzeichnet der IT-Bereich ein stetiges und starkes Wachstum. Es gibt einen ausgeprägten Mangel an qualifizierten MitarbeiterInnen.
Da dieser Lehrberuf erst vor kurzem eingeführt wurde, liegen noch kaum Informationen über Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten vor. Auf Grund der Aufwärtsentwicklung im IT-Bereich kann man aber annehmen, dass sich sowohl die Ausbildungs- und die Beschäftigungschancen als auch die Berufsaussichten eher gut entwickeln werden. Zu bedenken ist allerdings eine gewisse Konkurrenz seitens der AbsolventInnen anderer Lehrberufe mit ähnlichen Ausbildungsinhalten, z.B. FacharbeiterInnen aus verwandten Lehrberufen (siehe oben). Aber auch AbsolventInnen einschlägiger Fachrichtungen berufsbildender Schulen sind in diesem Bereich tätig.
Der Beruf ist Frauen und Männern gleichermaßen zugänglich und es ist auch zu erwarten, dass die Ausbildungs- und Berufschancen recht gleichmäßig verteilt sein werden.

Weiterbildung:
In diesem Beruf ist eine ständige Weiterbildung hinsichtlich neuer Entwicklungen im Bereich EDV und Informations- und Telekommunikationssysteme (Hardware und Software, Netzwerktechnik, Internet usw.) unbedingt erforderlich. Auch in den Bereichen Werbung und Marketing ist regelmäßige Weiterbildung für eine erfolgreiche Berufsausübung wichtig. Auf dem Gebiet der Informations- und Telekommunikationssysteme sind zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten vorhanden, angefangen von Fachzeitschriften und –büchern über Kurse der Herstellerfirmen bis hin zu den bekannten Einrichtungen der beruflichen Erwachsenenbildung, vor allem Kursangebote des Wirtschaftsförderungsinstituts (WIFI) und des Berufsförderungsinstituts (BFI).

Weiterführende Bildungsmöglichkeiten zur Erreichung höherer Bildungsabschlüsse bzw. zur Höherqualifizierung für AbsolventInnen dieses Lehrberufs sind die folgenden zur Reife- und Diplomprüfung führenden Schulen: Aufbaulehrgang für Absolventen der Handelsschule (3 Jahre); Fachlehrgang für Marktkommunikation (2 Jahre); Handelsakademie für Berufstätige (4 Jahre); Höhere Lehranstalt für Berufstätige für Elektronische Datenverarbeitung und Organisation (4 Jahre); Höhere Lehranstalt für Berufstätige für Elektronische Datenverarbeitung und Organisation, Ausbildungsschwerpunkte „Digitale Medientechnik und Medienwirtschaft“, „Kommerzielle Datenverarbeitung“ und „Netzwerktechnik“ (4 Jahre).
Verwandte Berufe:
EDV-Kaufmann/-frau, EDV-TechnikerIn, InformatikerIn (Ausbildungsversuch), IT-ElektronikerIn (Ausbildungsversuch), KommunikationstechnikerIn - Audio- und Videoelektronik, KommunikationstechnikerIn - Bürokommunikation, KommunikationstechnikerIn - Elektronische Datenverarbeitung und Telekommunikation, KommunikationstechnikerIn - Nachrichtenelektronik.
Berufsverlauf :

In größeren Betrieben können IT-Kaufleute zu EinkäuferInnen, DisponentInnen oder FilialleiterInnen aufsteigen. Die Aufstiegschancen hängen von der Betriebsgröße und -struktur (Arbeitsorganisation) ab und sind daher in Industriebetrieben und in großen Gewerbebetrieben günstiger als in Kleinbetrieben; Voraussetzung ist jedenfalls ständige Weiterbildung, fallweise auch der Erwerb bestimmter zusätzlicher Qualifikationsnachweise (Werkmeisterschule, Meisterprüfung, Ausbilderprüfung).
Die Möglichkeit einer selbstständigen Berufsausübung (als GewerbeinhaberIn, PächterIn oder GeschäftsführerIn) besteht für IT-Kaufleute, die die Lehrabschlussprüfung erfolgreich abgelegt haben, in den Handwerken „Bürokommunikationstechniker“, „Elektroniker“, „Kälteanlagentechniker“, „Maschinen- und Fertigungstechniker“ oder „Radio- und Videoelektroniker“ (Voraussetzung: Meisterprüfung nach mindestens zweijähriger fachlicher Tätigkeit) sowie im gebundenen Gewerbe „Handelsgewerbe und Handelsagenten“ (Voraussetzung: mindestens einjährige kaufmännische Tätigkeit).

Aus- und Weiterbildungs- möglichkeiten:
Berufsspezifische Ausbildungen
Lehrausbildungen
Vorbereitungslehrgänge
Weiterbildungen
Werkmeisterausbildungen