
- Berufsbild:
- DreherInnen bearbeiten Werkstücke aus unterschiedlichen Materialien (z.B. Stahl, Grauguss, Leichtmetall, Kupfer und Kupferlegierungen, Kunststoffe) durch Drehen an verschiedenen Drehmaschinen. Das Drehen zählt zu den spanenden Arbeitsverfahren der Metallbearbeitung (Abtragen mehr oder weniger feiner Werkstoffteile bzw. Späne). Andere spanende Fertigungsverfahren sind z.B. das Bohren, das Fräsen und das Schleifen. Zu den wichtigsten Erzeugnissen zählen Maschinenteile wie etwa Zahnräder, Achsen, Wellen, Kolben, Lager oder Scheiben.
- Voraussetzungen:
- Lehrzeit: 3 Jahre.
- Tätigkeiten:
- Das Drehen zählt zu den spanenden Arbeitsverfahren der Metallbearbeitung (Abtragen mehr oder weniger feiner Werkstoffteile bzw. Späne). Andere spanende Fertigungsverfahren sind z.B. das Bohren, das Fräsen und das Schleifen.
Das Abtragen der Späne erfolgt auf mechanischem Wege mit Werkzeugmaschinen. Diese bestehen grundsätzlich aus einem Schneidwerkzeug (z.B. Drehmeißel) und verschiedenen Spannvorrichtungen zur Fixierung des zu bearbeitenden Werkstückes.
Die DreherInnen arbeiten nach vorgegebenen technischen Zeichnungen. Sie übertragen die aus der Zeichnung ersichtlichen Maße durch Anreißen mit einer Metallnadel oder Ankörnen (Einschlagen von Markierungspunkten) auf das zu bearbeitende Material. Sie spannen das Werkstück genau zentriert in die Drehmaschine (z.B. Spitzen-, Revolver- oder Karusseldrehmaschine) ein und ermitteln die Spantiefe, die Drehgeschwindigkeit und den Vorschub für die Bearbeitung. An den entsprechenden Einstellvorrichtungen stellen sie die Schnittiefe und den Vorschub des Drehwerkzeuges sowie die Drehgeschwindigkeit des Werkstückes ein.
Durch Einschalten der Maschine beginnt das Werkstück um seine eigene Achse zu rotieren. Das Drehwerkzeug trägt an der Oberfläche entsprechend den eingestellten Bearbeitungsdaten Späne ab. Durch die entstehende Reibungswärme ist eine Kühlung erforderlich, die durch die automatische Zuführung von Kühlflüssigkeit gewährleistet ist.
Wenn die benötigte Form erreicht ist, wird die Drehmaschine abgeschaltet und das Werkstück entnommen. Die DreherInnen vermessen das fertige Werkstück mit Schieblehre und Mikrometerschraube und führen bei Abweichung von den geforderten Maßen Korrekturen durch.
Der beschriebene Drehvorgang mit einer mechanischen Drehmaschine wird hauptsächlich in der Einzelfertigung oder bei Reparaturarbeiten eingesetzt. In der Serienfertigung von Drehteilen kommen zunehmend Drehmaschinen, die über Zahlenwerte (numerisch) gesteuert sind, zum Einsatz. In modernen computergesteuerten Drehmaschinen (CNC-Maschinen) läuft der Drehvorgang automatisch ab. Ein Greifer nimmt das auf Förderbändern zur Anlage transportierte Grundmaterial auf und befördert es in die Drehmaschine, wo es in der Spannvorrichtung befestigt wird. Dort wird es durch die Schneidewerkzeuge schneller und präziser als beim händischen Drehen in die gewünschte Form gebracht und anschließend weiterbefördert.
Die Aufgabe der DreherInnen besteht dabei im Einlesen des vom Konstruktionsbüro bzw. von der Arbeitsvorbereitung erstellten Programmes in den Computer. Sie kontrollieren die Drehwerkzeuge (z.B. Schärfe der Schneiden) und überwachen die Beschickung der Anlage. In gewissen Abständen wird Kühlflüssigkeit nachgefüllt. Abschließend kontrollieren sie das fertige Werkstück.
- Beschäftigung:
- DreherInnen sind vorwiegend in Großbetrieben der Metallindustrie (z.B. Stahl , Maschinen , Anlagenbau) und der Fahrzeugindustrie beschäftigt. Ein geringer Teil arbeitet in kleineren und mittleren Gewerbebetrieben. Beschäftigungsbetriebe gibt es vor allem in den Industrieregionen Oberösterreichs, der Steiermark und Niederösterreichs.
Infolge des Einsatzes leistungsfähiger CNC Drehmaschinen und Bearbeitungszentren werden sich die Beschäftigungsmöglichkeiten für DreherInnen in Zukunft eher verringern. Außerdem verliert der Lehrberuf wegen der umfassenderen Ausbildung im Lehrberuf WerkzeugmaschineurIn etwas an Bedeutung. Hoch qualifizierte FacharbeiterInnen werden aber auch weiterhin zur Einstellung, Überwachung und Kontrolle der elektronisch gesteuerten Werkzeugmaschinen benötigt werden.
Relativ viele Lehrlinge (derzeit etwa ein Drittel) erlernen den Beruf im Rahmen einer Doppellehre, am häufigsten gemeinsam mit einem der Lehrberufe WerkzeugmacherIn, MaschinenschlosserIn oder BetriebsschlosserIn.
Da der Beruf als typischer Männerberuf gilt, wird er nur selten von Frauen ausgeübt; grundsätzlich gibt es für Dreherinnen aber keine Einschränkungen bei der Berufsausübung.
- Weiterbildung:
- Das Berufsförderungsinstitut (BFI) und das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) bieten zahlreiche Weiterbildungsveranstaltungen für Metall verarbeitende Berufe an. Besondere Bedeutung für DreherInnen haben Kurse für die Bedienung von computergesteuerten Drehmaschinen (CNC).
Zusätzlich gibt es die Möglichkeit zum Besuch der zweijährigen Werkmeisterschule für Berufstätige (Fachrichtung Maschinenbau).
Weiterführende Bildungsmöglichkeiten zur Erreichung höherer Bildungsabschlüsse bzw. zur Höherqualifizierung für AbsolventInnen dieses Lehrberufs sind vor allem die Werkmeisterschule für Berufstätige mit den Fachrichtungen Maschinenbau, Maschinenbau - Automatisierungstechnik, Maschinenbau - Betriebstechnik, Maschinenbau - Kraftfahrzeugtechnik, Installations- und Sanitärtechnik oder Kunststofftechnik (2 Jahre, Abendunterricht) und die folgenden zur Reife- und Diplomprüfung führenden Schulen: Aufbaulehrgang für Berufstätige für Wirtschaftsingenieurwesen (3 Jahre); Aufbaulehrgang für Berufstätige für Wirtschaftsingenieurwesen, Ausbildungsschwerpunkt Betriebstechnik (3 Jahre); Höhere Lehranstalt für Berufstätige für Maschineningenieurwesen (verschiedene Ausbildungsschwerpunkte); Höhere Lehranstalt für Berufstätige für Wirtschaftsingenieurwesen (4 Jahre; verschiedene Ausbildungsschwerpunkte).
- Verwandte Berufe:
- KonstrukteurIn - Maschinenbautechnik, KonstrukteurIn - Metallbautechnik, KonstrukteurIn - Stahlbautechnik, KonstrukteurIn - Werkzeugbautechnik, MaschinenbautechnikerIn, MaschinenfertigungstechnikerIn, MaschinenmechanikerIn, MetalltechnikerIn - Blechtechnik, MetalltechnikerIn - Fahrzeugbautechnik, MetalltechnikerIn - Metallbautechnik, MetalltechnikerIn - Metallbearbeitungstechnik, MetalltechnikerIn - Schmiedetechnik, MetalltechnikerIn - Stahlbautechnik, PräzisionswerkzeugschleiftechnikerIn, WerkzeugbautechnikerIn, WerkzeugmaschineurIn, WerkzeugmechanikerIn, ZerspanungstechnikerIn.
- Berufsverlauf :
- Bei entsprechender Weiterbildung können DreherInnen zu VorarbeiterInnen, ArbeitsvorbereiterInnen, WerkmeisterInnen und KonstrukteurInnen aufsteigen.
- Aus- und Weiterbildungs- möglichkeiten:
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Lehrausbildungen
Weiterbildungen
- • Zerspanung
, Ausbildung Zerspanung - Von konventionell bis CNC
, WIFI Steiermark
, Graz
- • CNC Grundlagen
, CNC 1 - Grundlagen Programmierung
, WIFI Niederösterreich
, WIFI Niederösterreich - St. Pölten
, St. Pölten
- • CNC 1
, CNC 1 - Praxis Drehen
, WIFI Niederösterreich
, WIFI Niederösterreich - St. Pölten
, St. Pölten
- • CNC 1 - CNC-Maschinenbediener/in
, CNC 1 - Prüfung CNC-Maschinenbediener/in
, WIFI Niederösterreich
, WIFI Niederösterreich - St. Pölten
, St. Pölten
- • CNC-Fachmann/Fachfrau
, CNC 2 - Prüfung CNC-Fachmann/Fachfrau
, WIFI Niederösterreich
, WIFI Niederösterreich - St. Pölten
, St. Pölten
- • CNC-Zerspanungstechniker/in
, CNC 3 - Prüfung CNC-Zerspanungstechniker/in
, WIFI Niederösterreich
, WIFI Niederösterreich - St. Pölten
, St. Pölten
- • CNC
, CNC-Aus- und Weiterbildung
, BFI Niederösterreich
, Ausbildungswerk Siegmundsherberg
, Siegmundsherberg
Werkmeisterausbildungen
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